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Die verschiedenen Möglichkeiten vom Hakenplug

Hier möchte ich die einzelnen Arbeitsschritte beschreiben und auch Worte dafür finden. Die Möglichkeiten, die man mit dem Hakenpflug hat sind sehr vielfältig und unterscheiden sich wesentlich von den gewohnten Arbeitsschritten die man im Flachanbau macht.

Und das Beste dabei ist, man braucht für sämtliche Arbeiten keine Zapfwelle.

Die Arbeitsschritte sind in einer gewissen Reihenfolge von Sommer nach der Ernte, bis zur Ansaat und Pflege der nächsten Sommerkultur geordnet.

Das Hügeln

Das Hügeln ist meist der erste Arbeitsgang nach der Ernte. Das Feld ist da meist relativ flach, entweder wurde Getreide auf kleinen Hügeln angebaut, oder die Erntereste wurden mit Mulcher und Scheibenegge zerkleinert und eingemischt. Beim ersten Hügeln wird eigentlich nur eine Furche gezogen und das Material der Furche oben auf den Hügel gepackt. Es ist auf der einen Seite eine lockernde Wirkung und auf der anderen Seite eine verschüttende Wirkung. Also auch eine "Unkrautwirkung" - danach schaut es relativ sauber aus.

 

Zweiter Arbeitsgang der Grundbodenbearbeitung und Ansaat

Im zweiten Arbeitsgang wird der Damm in einer Tiefe von ebenfalls 30 cm aufgespalten. das bedeutet jetzt ist mit 2 Arbeitsgängen mit strichabstand 90 oder 100cm ein gelockertes Profil im Boden entstanden mit einem strichabstand von 45 bzw. 50 cm.

Diese Lockerung der Grundbodenbearbeitung geht einher mit relativ großer verschüttender Erdbewegung. Die Erdbewegung ist jedenfalls weniger als bei der Pflugarbeit. Und die verschüttende Wirkung ist viel besser als jeder Gruberstrich.

Es gibt nun die Möglichkeit mit Kreiselegge und Sämaschine anzusäen. Viel eleganter ist es jedoch diesen zweiten Arbeitsgang mit der Ansaat zu kombinieren.

Dazu ist hinter die Zinken die den Damm weitestgehend einebnen eine Scheibenpackerwalze. 

Diese drückt zum einen die Organik einfach in den lockeren Boden zum anderen wird punktuell rückverfestigt. In diese Rille wird nun gesät mit Schlepp oder Scheibenschar jedoch immer mit Andruckrolle.

Zum einen wieder hergestellte Kapillarität und zum anderen Kondensationsprozesse führen zum anfeuchten des Saatguts und zu einem sehr guten Aufgang.

Nun haben wir ein weitestgehend ebenes Feld auf dem entweder Getreide wächst oder eine Gründüngung meist eine überwinternde Gründüngung.

Das Getreide wird in diesem Fall nicht gehackt sondern wen überhaupt nur gestriegelt. 

 

 

Gründüngung entfernen

Wir gehen nun von weitestgehend ebenem Land aus. Die gröste Herrausforderung ist dabei eine Wintergründüngung im Frühjahr zu entfernen.

Zum einen warten wir bis die Verdunstung der Planzen so viel wasser verbraucht hat das der Boden befahrbar ist. Dann können wir mit relativ vielen maschienen arbeiten: Mähwerk Mulcher Fräse Kreiselegge Flachgruber.

Zuerst müssen die Grünpflanzen mindestens zu 80 Prozent abgestorben sein dann kann man die Dämme für die nachfolgende Kultur machen.

Die restlichen Grünpflanzen werden dann bei den folgenden Bearbeitungen kaputt.

Das ganze erfordert einige Erfahrung und Fingerspitzengefühl auch zeit und Kapazitäten.

Der einfachere weg ist sicher vor allem bei schwerem Boden die Dämme im Herbst schon zu machen und im Frühjahr nur noch zu Pflegen.

Dabei verschenkt man leider einiges an bodenfruchtbarkeit.

 

Das Lockern des Hügelkerns (zweite Wahl )

Man fährt jetzt mit voller Arbeitsbreite, hat am ersten Balken zwischen den großen Lockerungszinken einen Zinken eingesteckt der den Kern des Hügels mit einem kleinen Schar und mit hoher Sprengwirkung lockert. Danach wird der Damm wieder in die ursprüngliche Form gebracht.

Das besähen des Hügels mit Gründüngung (zweite Wahl )

Dieses Lockern des Hügelkerns kann mit dem Besähen mit Gründüngung kombiniert werden. Zum Beispiel kann Wickroggen auf die Dämme gestreut werden und mit der Kettenwalze eingearbeitet werden. Ich bevorzuge eine Aussaat von zwei verschiedenen Gründüngungsarten - eine abfrierende, kleinsamige auf dem Damm und eine winterharte im Dammtal. So kann sich jede Art für sich entwickeln, ohne von der anderen zu sehr unterdrückt zu werden und es gibt noch den Vorteil beim Umhügeln, dass die neuen Hügel ganz sauber sind.

 

Das Umhügeln (wird von mir nicht mehr praktiziert)

Zu hohe Anforderungen an die bodenfeuchte und Probleme bei zu hoher Gründüngung

Dabei werden die großen Zinken belassen - und zwischen diesen der Zinken für das Lockern des Hügelkerns eingehängt. Ausserdem werden die Häufelkörper umgesteckt, so dass sie die vorgelockerten Hügel teilen und dadurch versetzen.

Wenn also vorher das Schlepperrad im Tal fährt, dann ist nachher an der Stelle des Tales ein neuer Hügel. Das organische Material der Gründüngung und der evtl. vorher ausgebrachte Wirtschaftsdünger, sind nun locker im Kern des neuen Hügels eingemischt und somit quasi eine "Unterfußdüngung" für die nun folgende Sommerkultur. Kartoffel, Mais, Gemüse (Kohl).

 

Das Putzen der Hügel

Beim Putzen gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine ist, dass man an der Stelle zwischen den großen Zinken den Stiel ganz nach oben stellt und dort ein breites Schar montiert, so dass die Dammkrone und der obere Teil der Flanken flach abgeschnitten wird. Danach wird mit den Häuflern wieder der normale Damm geformt.

 

Das Besähen der Hügel mit Mais oder Soya

Zuerst einmal etwas grundsätzliches: Der Trend geht zu immer exakteren und teureren Sähmaschinen. Die Saatmenge wird dadurch reduziert und das Saatgut wird teurer gemacht. Dabei verdienen alle, nur nicht wir Bauern.

Für das Saatkorn ist es wichtig einen Anschluß an Wasser zu bekommen und das bekommt es im oberen Bereich eines Hügels, durch die aufsteigende Feuchtigkeit im Hügel. Wir montieren also in der Mitte des Hügels, auf den Stiel den wir schon beim Putzen verwendet haben, das Direktsaatschar, mit dem dahinter liegendem Schlauch für die Saatgutzuführung. Das Saatkorn wird dann eingehügelt und mit der nachfolgenden Kettenschleppe wird der Damm in eine schöne Form gebracht. Die gröberen Kluten in das Tal gebracht und die Saatfurche geschlossen.

Sähen in gespaltene Hügel - Reihenweite 45cm

Das geht im Prinzip genauso wie beim Mais, nur das der Hügel gespalten wird und man in kleinere Dämme säht. Immer sorgt die im Damm aufsteigende Feuchtigkeit für einen guten Aufgang.

Blindarbeiten nach der Saat vor dem Aufgang

Jetzt weden die Häufelkörper in Pflegekörper (Flügelschare plus Draht) umfunktioniert. Mit ihnen wird das Hügeltal und die Flanke bearbeitet, auch soweit, dass das Erdreich über dem Saatkorn bewegt wird. Es wird also nochmal Erde über das Saatkorn geschoben, das dann durch die Kettenschleppe wieder runtergeholt wird. Das ganze geschieht, wenn die Saat gut angekeimt ist und noch nicht nach oben schiebt.

Hacken zwischen den Reihen mit Flügelschar plus Draht

Nachdem nun die Saat aufgegangen ist erfolgen weitere Arbeitsschritte mit dem Flügelschar plus Draht, dabei geht die meiste Erde mit dem ausgerissenem Unkraut über das Schar, ein kleiner Teil wird in die Reihe transportiert, um dort anzuhäufeln. Je nach Bodenbeschaffenheit kann es auch sein, dass die Kruste in der Reihe destabilisiert wird und man diese dann sehr effektiv mit einem Striegel bewegen kann. Durch die Einstellmöglichkeit von Stiel zu den Flügeln kann man jetzt zwischen den Reihen auch tiefer arbeiten, um erneut zu mobilisieren. Die Flügel bleiben in der gewohnten Arbeitstiefe von bis zu 3cm.

Untersaat beim letzen Hacken vor Reihenschluß

Beim letzten Hacken kann man natürlich eine Untersaat einbringen, neben dem üblichen Weisklee oder Weidegras, möchte ich nahe legen,  auch Wickroggen, Wintergerste oder Inkarnatklee auszuprobieren. Man kann auch jetzt wieder die Häufelkörper montieren, um die inzwischen eigentlich relativ flach gewordenen Hügel wieder stärker anzuhäufeln, das ist nochmal eine Möglichkeit um bei stark zerrenden Kulturen zu mobilisieren.

Das geht natürlich zu Lasten des Erntekomforts.

Hügel einebnen und Besähen - für Getreide Ganzpflanzensilage

Dabei muss man versuchen, mit dem Anbringen der Schare eine möglichst gerade Fläche zu erreichen. Hinter der Packereinheit, der in diese integriert werden kann, dann gesäht - und das vor allem mit einer sehr hohen Geschwindigkeit - wir sähen mit bis zu 10km/h.

 

Zweischichtengrubber mit oder ohne Sähmaschine

Das wird eine weitere Anwendungsmöglichkeit speziell für Betriebe die zwar die Pflugarbeit einschränken wollen, jedoch nicht auf eine tiefe Lockerung verzichten wollen und doch alles flach abschneiden wollen.